Ein Buch das mich weiter bringt

Ein Buch das mich weiterbringt, das will ich lesen, sagte Anna. Doch ich lag zwischen ihren Brüsten und hörte kaum was sie sagte. Denn Anna hatte weiche Brüste. Ich liebte es, dort zu liegen, sie hin und wieder zu küssen. Ich fühlte, wie mir das Leben außerhalb des Schlafzimmers immer uninteressanter erschien. Ich spürte, dass es ohne Bedeutung für mich war, wie viel der Nestlé-Konzern heute wieder mit dem Schänden irgendwelcher Kinder verdienen würde. Vielleicht würde ich mir sogar später noch einen Kaffee von Nestlé kaufen und vorher ein paar Aktien, von diesen Machtmenschen mit wenig gewissen. Ja. Ein paar Aktien. Dann schloss ich wieder die Augen, küsste Anna. Doch der Kuss den sie erwiderte, war ein achtlos-liebloser Kuss. Sie schien weiterhin nur mit der Frage beschäftigt zu sein, welches Buch sie weiterbringen würde. Und als sie schließlich nach mehreren Stunden des Überlegens mir sogar den Sex abschlug, weil sie „verdammt nochmal eine Antwort“ finden wollte, schrie ich sie an: „Lies der blutige Weg nach Absurdistan! Das öffnet Dir die Augen!“ Dann war Anne irgendwie zufrieden. Sie kuschelte sich an mich und ich nahm Anna – auf dem Bärenfell, vor dem Kamin.

#drkallekotz    #derblutigewegnachabsurdistan