Das perfekte Buch für ihn

Das perfekte Buch für ihn ist zweifellos ein Buch, das von Helden lebt. Es braucht nicht zu viele Schnörkel. Das perfekte Buch für ihn muss einen bestimmten Witz haben. Es muss Charme haben und es muss ihn der Lösung einer bestimmten Lebenssituation näherbringen. Das perfekte Buch für ihn muss vielseitig sein. An manchen Stellen will er ein wenig in Anspruch genommen werden, dann will er auch wieder losgelassen werden. Denn er ist keiner, der die Enge mag. Er mag stets den Blick in die Freiheit behalten. Das kennt man ja aus Martin Walsers „Ein fliehendes Pferd“. Nicht gerade das perfekte Buch für ihn. Zu undurchsichtig metaphorisch, fast schon ein wenig gefühlsduselig. Er braucht eher die raue Wüstenlandschaft. Einen Cowboy, der auf einem Baumstamm sitzt und eine raucht, sich einen Kaffee reinfährt und sich dabei überlegt, warum der Sonnenuntergang heute so seltsam bezaubernd auf ihn wirkt. Er ist nämlich durchaus ein Romantiker. Doch die Romantik darf seine harte Schale nicht aufweichen. Nichts fürchtet er mehr. Das perfekte Buch für ihn lässt ihm schließlich Luft zum atmen. Dennoch schickt es ihn auf eine Entdeckungsreise, von der er verändert zurückkehren wird.

In eine Welt voll Lug und Trug kann er sich abseilen. Doch nur, wenn das Seil in Griffweite bleibt. Ihm ist das Geschwätz einer eiligen Sekunde nicht wichtig. Er strebt danach, die Ruhe zu finden. In sich selbst zu ruhen, ist überhaupt sein vorrangiges Ziel. Er will sich nicht belehren lassen. Aber er freut sich, wenn er jemanden findet, der die Dinge ähnlich sieht wie er. Denn er weiß längst selbst, was auf der Welt geschieht. Und er ist nicht bereit, diesen Standpunkt im großen Stile aufzugeben. Doch er will auch Entdecker bleiben und verschließt sich nicht jeder neuen Sichtweise. In diesem Sinne könnte der blutige Weg nach Absurdistan durchaus das perfekte Buch für ihn sein.

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