Aus der Reihe: Vorsicht, Lyrisch

19. September 2015



Der Narr

 

Leider lebt kein Held
auf dieser Welt,
in der das Böse sich gesellt
zum Esel, den sich aufgestellt
der Narr, der sich mit ihm vermählt,
ihn anbetet, anbellt,
der vor ihm kniet
und, ehe sich das Kalb versieht,
an seinem Bein, ganz ungesund,
wie warmer Tee, vom Mann (wie Hund)
– oh weh! – ward es gepisst,
weil zugekokst der nichts mehr misst,
aber sehr wohl vermissen lässt,
Anstand, Tugend – Putenbreast! –
im Schlund uns klebt wie arge Pest;
vom lauten Protz ist es das Fest.

Und jeder denkt, es sei nicht wahr,
man ahnt nur, dass
– man sieht’s nicht klar –
es fehlt der Spass (!)
an der Geschichte
– Pseudoprotz, Ständergerichte.
Denn keiner will den Reim sich machen,
beim Fressen stickt das Huhn vor Lachen!

Oh, Mutter Erde! – halt mich fest,
drück und stärk mich, gib mir ein Nest,
indem die Heizung leise summt,
ein Fernseher stur vorwärts brummt
und eine Magd
sich nicht beklagt,
wenn ich mir ihre Brüstchen nehme,
sich nicht schäme, keine Häme
– einfach tut,
(das) einfach(‘) Blut
– ist doch gut!
Oder nicht?

Oder sind wir jetzt etwa in der Pflicht,
die Kloake Erde doch zu putzen,
auf Knien zu ritzen und zu rutzen,
mit Zahnbürsten auch in den Ecken?!



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